Das Altmühltal

Längs der Altmühl befindet sich ein reizvolles Ausflugsziel

Die Handseilfähre bei Meihern - Judith Weibrecht
Die Handseilfähre bei Meihern - Judith Weibrecht
Der Naturpark Altmühltal ist ein Ziel erster Güteklasse für Wanderer, Radler und Gourmets.

Ein Begriff ist das Tal der Altmühl in Franken wohl jedem. Daran ist nicht zuletzt der romantische Naturpark Altmühltal "schuld", den jeder Wanderer kennt und der mit einer Paradestrecke aufwarten kann: Dem 200 Kilometer langen herrlichen Altmühltal-Panoramaweg! Von Panorama darf da ruhig die Rede sein, denn mittelalterliche Burgen, beeindruckende Schlösser, schroffe Jurakalkfelsen oder duftende Wacholderheiden, auf die wir später noch zurückkommen werden, säumen die Wege. Oder aber man kennt den 160 Kilometer langen Altmühltalradwanderweg, auf dem es sich trefflich vorwärts kommen lässt. Auch das haben Liebhaber längst erkannt, liegt er doch laut ADFC e.V. Radreiseanalyse 2008 in der Publikumsgunst auf Platz 5! Müde Fahrradfahrer und Wanderer wenden dabei gerne folgenden, beliebten Trick an: Mit einem der schmucken Schiffe der Personenschifffahrt Steibl entlang der wildromantischen Kulisse der gewaltigen Jurafelsen tuckern! Die Räder können mit an Bord genommen werden und sind im Schiffsrestaurant unter Deck abgestellt. Und von Deck aus kann man auch andere sportliche Zeitgenossen, Kajakfahrer, beobachten. Sicher auch eine reizvolle Perspektive: Die Jurafelsen gewissermaßen von unten, vom Wasser aus hinaufblicken.

Altmühltal per Fahrrad

Rechterhand in der Talaue liegt der Radweg und man gleitet auf dem Wasser, ganz ohne in die Pedale zu treten oder zu gehen, vorbei am Kanaldurchstich bei Kelheim, an Essing mit seiner Burg, an waldreichen Anhöhen und bizarren Felswänden, unter Europas größter Holzspannbrücke hindurch, an Schloss Prunn vorbei bis Riedenburg, wo manche das gastliche Schiff verlassen und wieder auf ihr pedalbetriebenes Verkehrsmittel zurückgreifen. Eine Handseilfähre taucht bei Meihern für Leute auf, die auf der anderen Seite gestrandet sind. Die nahe gelegene Schiffsanlegestelle Dietfurt ist gleichzeitig eine Radler-Tankstation mit Blick auf Einsiedel.

Gourmets werden von den Lämmern im Altmühltal angelockt

Neues Renommee aber hat sich die liebliche Landschaft des Naturparks Altmühltal nun auf eine ganz eigene Weise verschafft, durch seine Lämmer! Einerseits sehen die jungen Schafe putzig aus und natürlich schmecken sie gut, das darf man ruhig so sagen. In urigen Gastwirtschaften oder beim Metzger vor Ort lässt sich’s fein schnabulieren. Zweitens sind sie geschätzte Fell- und Wolllieferanten und man kann Wollprodukte wie Kissen, Steppdecken oder Kuscheltiere erwerben. Und "last but not least" betreibt man durch die seit Generationen betriebene, traditionelle Hüteschäferei aktiven Landschaftsschutz, denn die Vierbeiner mit Wollmantel befreien den Altmühltaler Jura von störenden Büschen und Sträuchern, was wiederum Enzian, Silberdistel oder Schwalbenschwanz zum Wachsen verhilft! Ein glückliches Aufeinandertreffen von Umständen,oder "Naturschutz auf vier Beinen!"

Wenden wir uns aber der Kulinarik zu: ECHTES Altmühltaler Lamm trägt nämlich ein Gütesiegel. Das bedeutet z.B., dass auf seinen Weideflächen keine Düngemittel sind, die Anzahl der Tiere pro Fläche begrenzt ist, und es direkt vom Schäfer entweder zum Metzger oder zum Koch „reist". Ein kulinarisches Schäferstündchen gefällig? Auch das ist hier möglich: Mit dem Schäfer geht man in aller Frühe los. Doch beim Altmühltaler Lamm, obwohl Sinnbild der Unschuld und Geduld, darf auch gefeiert werden: So gibt es das Jahr über einiges an Feiern und Festen.

Das Marketingkonzept des Altmühltaler Lamms scheint aufzugehen, denn inzwischen kommen Besucher, Interessierte und Studenten bis aus China und Mexiko, um sich die Sache mit den wolligen Genossen erklären zu lassen. Saftig, zart, ein kulinarischer Genuss allerhöchster Qualitätsstufe. Das Völlegefühl lässt nicht nach? Rad- und Wanderwege gibt es ja genug!

Judith Weibrecht, Judith Weibrecht

Judith Weibrecht - Judith Weibrecht wurde in Fürth/Franken geboren. Schon früh sagte man ihr übertriebene Reiselust nach (angeblich von der ...

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